Totale Sonnenfinsternis

Totale Sonnenfinsternis in Spanien, 2026

Am 12. August 2026 war eine Totale Sonnenfinsternis, sichtbar insbesondere im Norden Spaniens. Wir sind dafür die Region León gefahren. An unserem Campingplatz waren im Nordwesten aber einige Hügel und ein paar Wolken zu sehen, daher sind wir nochmal 30min wieder weiter östlich gefahren, näher an die Stadt León heran, bis wir einen Aussichtspunkt gefunden hatten, mit perfekter Sicht nach Nordwesten.

Vor der Totalität

Wir waren anderthalb Stunden vor dem Ersten Kontakt an unserem Aussichtspunkt. Die Zeit war auch nötig um Teleskop und Kamera aufzubauen. Mit Beginn der Sonnenfinsternis kamen auch nach und nach immer mehr Anwohner aus dem Nachbardorf um die Sonnenfinsternis zu betrachten. Die haben sich dann darüber gefreut das Teleskopbild auf dem angeschlossenen Bildschirm zu betrachten. Die angefressene Sonne war darauf auch nochmal besser zu erkennen als durch eine Sonnenfinsternisbrille. Erst im Nachhinein habe ich gesehen, dass es genau ein Frame gab, auf dem ein Flugzeug zu sehen ist, dass vor der Sonnensichel hergeflogen ist.

In den Minuten vor der Totalität wurde die Sonne merklich weniger intensiv und es wurde dunkler. Die Mücken begannen aktiv zu werden. Ich hatte Kamera und Teleskop in voller Sonnenintensität aufgebaut. Da hatte die Sonne auf der Haut noch ordentlich gebrannt. Da war ich froh einen Sonnenschirm zu haben um etwas Schatten zu bekommen. Für die Nikon Kamera habe ich ca. 10 Minuten vor der Totalität die Aufnahme auf sekündlich gestellt, und für das Teleskop auf kontinuierlich. Dabei brauchte ich schon keinen Sonnenschirm mehr, die Sonne war jetzt schon ganz angenehm.

Totalität

Wir haben die App Solar Eclipse Timer verwendet, um rechtzeitig vor der Totalität die Sonnenfilter von Kamera und Teleskop abzunehmen, und dann die Totalität komplett auskosten zu können. Die Korona der Sonne ist etwa 100 000 dunker als die Sonne selbst, man kann sie also ohne Sonnenfinsternisbrille betrachten. Also haben wir wenige Sekunden vor der Totalität die Filter entfernt, dann kam der Countdown. Der erste Blick in den Himmel zu Beginn der Totalität war einfach magisch. Plötzlich war die Sonne nicht mehr viel zu hell, und an ihrer Stelle war ein wunderschöner Ring, die Korona der Sonne, erschienen. Ein Anblick am Himmel, der durch ein Foto eigentlich nicht einzufangen ist. Klar sieht man die Korona auf dem Foto so wie sie auch am Himmel stand, aber die räumliche Wahrnehmung, mit ihrer Größe, der Landschaft, der gesamten Dunkelheit um einen herum funktioniert auf einem Foto völlig anders. Vielleicht kann ein Planetarium das abbilden, da habe ich noch keine Sonnenfinsternis darin erlebt. Es war nicht vollständig dunkel. Es wär dämmerig. Also zum Horizont hin war es noch hell, wie vielleicht 30min nach Sonnenuntergang. Die Venus stand deutlich höher am Himmel als gewohnt. Wir hatten 1 Minute und 40 Sekunden Totalität, das war viel zu kurz um alles komplett wahrzunehmen.

Direkt mit Beginn der Totalität brachen alle Menschen um uns herum in Jubel aus, jemand rief humorvoll ‘Eskandalo!’, weil die Sonne bedeckt war. Die Grillen begannen zu zirpen, nach einer Weile wurden alle Menschen ganz still, um hören zu können, wie sich die Umgebung verändert hatte. Es waren vorher keine Vögel zu sehen, daher habe ich auch nicht gehört inwiefern sie stiller wurden. Aber auf der Teleskop aufnahme waren direkt zu Beginn der Totalität Vögel zu sehen, die vor der Korona hergeflogen sind.

Aufgebaut hatten wir uns am Straßenrand, und es gab Straßenlaternen. Die sind aber zum Glück nicht angegangen. Für das Teleskop wäre das egal gewesen, aber für das visuelle Beobachten wäre es vielleicht schade gewesen.

Es war wirklich sehr schön den leuchtenden Ring am Himmel zu bestaunen, und das Zeitraffervideo von der Nikon Kamera wird mir dabei helfen, mich an diesen Moment zu erinnern.

Das Lied von Klaus Nomi (Total Eclipse) habe ich am Tag drauf gehört, und es gibt der Totalität einen würdigen Soundtrack: https://www.youtube.com/watch?v=GBgTl3WuCkA

Nach der Totalität

Wir waren an einem Ort, an dem 10° über dem Horizont die Totalität stattfand. In der Höhe sollten keine Wolken auftauchen. Nach der Totalität hat der Mond aber bis zum Sonnenuntergang gebraucht um sich an der Sonne vorbeizuschieben. Näher am Horizont gab es aber Wolken.

Im Zeitraffer