Der Elefantenrüsselnebel IC 1396A

Der Elefantenrüsselnebel in SHO, erstes Ziel mit der neuen Monochromkamera

Der Elefantenrüsselnebel IC 1396A liegt im Sternbild Kepheus, und damit im September genau im Zenit. Er ist der längliche, oben abgerundete dunkle Teil des Nebels. Er ist Teil des Gesamtnebelkomplexes IC 1396. Der Nebel ist das erste Ziel, das ich ernsthaft mit der neuen monochromen Kamera fotografiert habe. Dazu habe ich zwei Nächte gebraucht. Die erste Nacht war noch ein paar Tage vor dem Vollmond, da habe ich in der zweiten Nachthälfte, nachdem der Mond untergegangen war, vor allem OIII aufgenommen, also den Filter für die Sauerstofflinie eingesetzt. Sauerstoff mit seinem blaugrünen Licht ist deutlich empfindlicher für die Helligkeit des Mondes als das Rot von Wasserstoff und Schwefel. In der ersten Nachthälfte wurden diese beiden aufgenommen. Aber da ich noch lerne, mit Ekos und PHD2 für das Guiding klarzukommen, waren die Aufnahmen in der ersten Nachthälfte noch nicht so richtig gut. In der zweiten Nacht, direkt vor dem Vollmond, habe ich dann Schwefel und Wasserstoff aufgenommen, aufgrund der Informationen aus der ersten Nacht im Verhältnis 3 zu 1. Gasnebel mit ionisiertem Schwefel sind deutlich dunkler als die mit ionisiertem Wasserstoff, daher reicht für Wasserstoff relativ weniger Belichtungszeit als für Schwefel. In der zweiten Nacht hat die Aufnahme dann schon sehr gut funktioniert. Auch das Guiding, also die Nachführungskorrektur, lief sehr gut, das heißt, ich habe die richtigen Einstellungen inzwischen gefunden. Schwefel- und Wasserstoffgas leuchten beide sehr rot, wobei Schwefel noch weiter am roten Ende vom Spektrum ist als Wasserstoff, daher liegt es nahe, beim Zusammenbauen der Bilder Schwefel als Rot zu wählen und Wasserstoff als Grün. Sauerstoff ist dann in Blau dargestellt. Die Farbpalette heißt dann SHO, auch bekannt als Hubble-Palette, also die Falschfarbendarstellung, die vom Hubble-Teleskop bekannt ist.